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Sizilien (Malurlaub)

Frühjahr 2013

Sililien

Ausflugsziele:

Knapp zwei Wochen habe ich auf Sizilien verbracht und einige der Eindrücke hier dokumentiert. Im Fokus der Reise stand allerdings in diesem Fall das Malen. Von der Insel im Süden Italiens hatte ich schon viel Gutes gehört. So musste ich nicht lange überlegen, als die Kunstakademie Esslingen eine Malreise anbot. Organisiert wurde diese von der Kunstdozentin Mina Gampel. Auf einigen Ausflügen konnte ich einen kleinen Eindruck von der Mittelmeerinsel Sizilien gewinnen.

Vom Flughafen in Catania fahren wir etwa zwei Stunden bis Villarosa in der Nähe von Enna. Hier hat Jovanni Iraci, der Besitzer des italienischen Restaurants La Gondola in Esslingen sein Anwesen. Unser Domizil für zwölf Tage liegt abgeschieden und umgegeben von einer göttlichen Stille in der Nähe von Villarose. Etwas erhöht im hügeligen Landesinnern bietet es einen fantastischen Ausblick. Jede Richtung bietet uns ein tolles Malmotiv.

Feriendomizil bei Villarosa
Feriendomizil bei Villarosa

Um unser leibliches Wohl müssen wir uns keine Gedanken machen. Mit Jovanni als Reiseführer, Koch und musikalischer Unterhalter wurden wir bestens versorgt. In Villarosa aufgewachsen kennt er sich auf Sizilien aus. Er baut hier seinen eigenen (leider nicht exportfähigen) Wein an und produziert sein eigenes Olivenöl.

Mit knapp 26.000 qm ist Sizilien die größte Mittelmeerinsel. Etwa 5 Mio. Menschen leben auf der italienischen Insel. Dicht besiedelt sind die Ballungsräume Palermo (656.000 Einwohner) und Catania (380.000 Einwohner) wohingegen das Landesinnere sehr dünn besiedelt ist.

Ein schier endloses Hügelland durchzieht das Landesinnere. Im Frühjahr wetteifern die unzähligen Grüntöne mit den farbenfrohen Blumenwiesen. Ein wunderbares kontrastreiches Farbspiel aus Grünschattierungen, gelben und Fuchsia farbenen Wiesen und Lila Farbtupfern. Roter Klatschmohn und gelb leuchtender Ginster am Straßenrand vervollständigen das Bild.zurück

Dienstag, 30.04.2013: Enna

Das malerische Bergstädtchen Enna liegt im hügeligen Binnenland Siziliens. Pittoresk liegt die historische Stadt Enna in über 900 m Höhe auf dem Gipfel des Berges San Giuliano. Der mittelalterliche Stadtkern ist gut erhalten und ein Spaziergang durch die engen, zumeist autofreien Gassen vermittelt idyllischen, vergänglichen Charme. Von einer Aussichtsterrasse, dem sogenannten Belvedere Siziliens hat man einen fantastischen Blick auf die grüne Hügellandschaft, den Ätna und das gegenüber liegende Bergdorf Calascibetta.

Belvedere Siziliens - Enna
Blick vom "Belvedere Siziliens" auf das Castello di Lombardia

Weitere Sehenswürdigkeiten erstrecken sich um die mittelalterliche Piazza Vittorio Emanuele, darunter das hübsche Rathaus und einige Kirchen. Von hier aus führt auch die Hauptstraße Via Roma in leichter Steigung bis zum Castello di Lombardia. Das Castello di Lombardia am Stadtrand entstand zu Beginn des 13. Jh. unter Friedrich II. von Hohenstaufen. Von den einst 20 imposanten Türmen sind noch 6 erhalten geblieben.

Dienstags vormittags findet in den Gassen von Enna ein Wochenmarkt statt, auf dem beispielsweise günstige Kleidung, Schuhe, Taschen sowie Haushaltsartikel angeboten werden. Am Fusse des Felsen wächst eine neue Stadt heran – Enna Bassa mit eigener Universität.zurück


Mittwoch, 01.05.2013: Caltanissetta

In der hügeligen Landschaft, nicht weit von Enna entfernt, liegt auf etwa 550 Metern über dem Meeresspiegel die historische Stadt Caltanissetta. Erbaut wurde die Stadt im traditionellen italienischen Barockstil. Die Piazza Garibaldi ist das Zentrum der Stadt.

Kathedrale von Caltanissetta
Kathedrale von Caltanissetta

Hier stehen die Kathedrale S. Maria La Nova (von 1570 bis 1622 im Stil der Spätrenaissance mit barocken Stilmerkmalen erbaut), die Kirche San Sebastiano und der Neptunbrunnen.zurück

Freitag, 03.05.2013 Taormina

Die malerische Stadt Taormina ist ein beliebtes Touristenziel. Schon Goethe schätzte den barrierefreien Ausblick auf den majestätischen Ätna sowie das malerische Hinterland mit den hintereinander gestaffelten Kalkfelsen der Monti Peloritani.

Die beliebte Einkaufsstraße Corso Umberto erstreckt sich zwischen den antiken Stadttoren Porta Messina und Porta Cantania. Entlang dem Corso erstrecken sich unzählige nette Geschäfte und Restaurants. Rechts und links gehen kleine Gassen und Treppenwege ab.

Taormina
Blick auf Taormina

Besonders Highlight ist das Teatro Greco-Romano, das ehemals griechische Theater wurde unter den Römern baulich erweitert (Mitte 2. Jh. v. Chr.). Vom Halbrund des antiken Theaters hat man einen tollen Blick auf das Küstenstädtchen und den in der Ferne aufragenden Ätna, der heute leider in den Wolken hängt.

Teatro Greco Romano in Taormina
Teatro Greco Romano in Taormina

Mehrmalige Restaurationen haben seinen sehr guten Zustand erhalten und im Sommer finden hier Theater-, Opern- und Ballettaufführungen sowie Konzerte und Filmfestspiele statt.

Im Stadtzentrum befindet sich der im 15. Jh. errichtete Dom S. Nicolò im Stil der Renaissance. Den Domplatz ziert ein hübscher Barockbrunnen mit zwei übereinanderliegenden Wasserbecken und der bekrönenden Statue der Centauressa. Der Stierkörper der Centauressa symbolisiert den Monte Tauros (= Stier) und der weibliche Körper mit Szepter und Weltkugel steht für die Stadt Taormina.zurück

Freitag, 03.05.2013: Ätna

Der 3.369 m hohe Ätna ist der höchste Berg auf Sizilien und ein noch immer aktiver Vulkan. Am heutigen Tag ist seine Spitze leider in Wolken gehüllt. Mit den tollen Eindrücken, die uns bei der Auffahrt geboten werden, war kaum zu rechnen. Eine gut ausgebaute Straße führt über den kleinen Ort Nicolosi hinauf. Nach etwa 20 km erreichen wir Rifugio Sapienza (1881 m). Von hier fährt die Seilbahn bis zur Bergstation auf 2.500m hinauf, diese scheint heute aber nicht in Betrieb zu sein.

Ätna
Schwarzes Lavagestein umgibt uns. Einige kleine Krater lassen sich von hier zu Fuß erkunden und bieten als Kontrast zum schwarzen Gestein ein einzigartiges Farbspiel von weiß über gelb bis hin zu einem leuchtenden orangerot. In dieser öden Gesteinswüste zeigen einige grüne Sträucher, welche Fruchtbarkeit die Lava hervorbringt. Auch einige Häuserruinen ragen aus der Gesteinswüste heraus und zeugen von der zerstörerischen Kraft der Natur.zurück

Sonntag, 05.05.2013: Agrigento - Tal der Tempel (Parco Valle dei Templi Agrigento)

Das Tal der Tempel von Agrigent befindet sich südlich der modernen Stadt und liegt tatsächlich nicht in einem Tal, sondern auf einer Hochebene, die aus mehreren Hügeln gebildet wird. Entlang der gut erhaltenen antiken Stadtmauer des griechischen Akragas reihen sich die wichtigsten und schönsten Tempel aneinander. In der Antike war der kleine Ort Agrigent Treffpunkt für Künstler und Philosophen. Mithilfe von Sklaven wurden im 5. Jh. vor Chr. die berühmten Tempel der Valle dei Templi gebaut. Bei einem schweren Erdbeben 1785 wurden sämtliche Tempel zerstört, doch schon bald danach in ihrem Originalzustand weitestgehend wieder aufgebaut.

Concordia-Tempel im Tal der Tempel - Agrigent
Concordia-Tempel im Tal der Tempel - Agrigent

Der Juno Lacinia-Tempel wurde um 450 v. Chr. als ein pompös in Erscheinung tretender Ringhallentempel mit 6 x 13 Säulen errichtet. Zum Eingang führt eine grosse Freitreppe, der ein gewaltiger Altar vorgelagert ist.

Einer der besterhaltensten dorischen Tempel ist der Concordia-Tempel (um 430 v. Chr.) mit seinen 34 Säulen. Auf dem Weg dahin erstreckt sich eine frühchristliche Gräberstrasse aus dem 4./5. Jh. Die Gräber sind als Rundbogennischen in die antike Stadtmauer integriert.

Der Heraklestempel (Anf. 5. Jh. v. Chr.) ist der größte und älteste im Tal der Tempel. Auf dem Weg zum Heraklestempel erscheint das Gelände der Villa Aurea, Residenz des Mäzens Alexander Hardcastle, der in den 1920er Jahren viel Geld in den Wiederaufbau des Tempel-Tals von Agrigent investierte. Dadurch konnten sechs der acht bis zehn Meter hohen Säulen des Heraklestempels wieder aufgerichtet werden, die eindrucksvoll in der Landschaft stehen. In der Umgebung des Tempels verstreut liegen noch viele weitere Säulenelemente und Bauglieder.

Unesco Weltkulturerbe1997 erklärte die UNESCO die archäologischen Stätten von Agrigent zum Weltkulturerbe mit der Begründung, dass Akragas eine der größten Städte der Antike im Mittelmeerbereich war und in einem außergewöhnlich guten Zustand erhalten ist. Seine großartige Reihe dorischer Tempel ist eines der herausragendsten Denkmäler für die griechische Kunst und Kultur.zurück

Sonntag, 05.05.2013: Realmonte – Scala dei Turcchi

Etwa zehn Kilometer von Agrigento entfernt liegt das kleine touristische Städtchen Realmonte, bekannt wegen seines tollen Strandes. An der Küste bei Porto Empedocle gibt es weiße Sandsteilfelsen. Eine besondere Attraktion ist die Scala dei Turcchi mit seinen malerischen Felsen aus weißem Kalkstein.

Scala dei Turcchi bei Realmonte
Scala dei Turcchi bei Realmonte

Während vieler Jahre haben der Regen und der Salzwind vom Meer Ebenen im Stein ausgewaschen, die an die Stufen erinnern.Nach der Legende haben die vor Tausend Jahren hier gelandeten Sarazenen diese Stufen benutzt um an das Land zu gehen – daher der türkische Name.zurück

Auf dem Rückweg fahren wir zum Biologisches Weingut Bagliesi in Ravenusa. Hier bezieht Jovanni für sein Restaurant La Gondola in Esslingen seine Weine, die wir teilweise schon kennen. Auf der privat organisierten Besichtigung wird uns einiges über das Weingut und die Weinzubereitung erklärt. So gibt es u.a. eine Flaschenabfüllanlage, die 1.300 Flaschen pro Stunde verarbeitet, inkl. Etikettierung. Anschließend dürfen wir den ebenfalls produzierten Sekt probieren. zurück

Mittwoch, 08.05.2013: Cefalu

Im Norden Siziliens reichen die schroffen Berge bis an die Küste.

Das malerische Küstenstädtchen Cefalù (12.500 Ew.) liegt etwa 70 km entfernt von Palermo und erstreckt sich zwischen Meeresufer und dem Fusse der imposanten Rocca di Cefalù, einem 270 m hohen Kalkfelsen. Vom Strand aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadtsilhouette, aus der die beiden Türme des Normannendoms herausragen. Die Altstadt von Cefalù lädt zu einem historischen Spaziergang in engen und autofreien Gassen ein. Kulinarische Köstlichkeiten Siziliens findet man nicht nur in den vielen Fischrestaurants an der Strandpromenade, sondern auch an der mit guten Restaurants und Bars ausgestatteten, sowie auch sonst sehr belebten Piazza del Duomo in der Altstadt.

Cefalu

Spannend ist die vermutlich arabische Wäscherei aus dem Mittelalter, die in der Via Vittorio Emanuele liegt. Einige Treppenstufen führen hinab zum Waschplatz, genannt Lavatoio medievale. Eine Quelle speist das gut durchdachte Wassersystem. So fließt aus Löwenköpfen glasklares Wasser und versorgt das in den Felsboden gehauene Waschbecken und die steinernen Waschbretter durchgehend mit Wasser.

Am Piazza del Duomo erhebt sich prächtig der Dom mit seinen beiden Türmen. Um 1131 begannen die Bauarbeiten zu der prächtigen Normannenkirche und dauerten 126 Jahre lang. Das Hauptapsis-Mosaik ist unter Roger II. fertiggestellt worden, Mosaikkünstler aus Konstantinopel fertigten die meisterhafte Darstellung des Christus als Pantokrator.
Der Dom beeindruckt insbesondere durch seine Größe und die beiden wuchtigen Türme, einen schönen Blick hat man vom lebhaften Vorplatz. zurück

Mittwoch, 08.05.2013: Palermo

Siziliens Hauptstadt Palermo (725.000 Ew.) liegt an der Nordküste der Insel in einer malerischen Bucht, die wegen ihrer Schönheit auch heute noch den Namen Conca d´Oro – die goldene Muschel – trägt. Nördlich wird die Conca d´Oro vom Monte Pellegrino, östlich vom Monte Catalfano eingefasst.

Gegründet wurde die Stadt im 7. Jh. v. Chr. von den Phöniziern. Während des 1. Punischen Krieges (254 v. Chr.) gelang es schliesslich den Römern die Phönizier zu schlagen. Unter römischer Herrschaft wuchs die Stadt an Bedeutung, nach dem Fall des Weströmischen Reiches wurde Palermo byzantinisch. Ab 412 n. Chr. durchkreuzten die Vandalen ganz Sizilien und eroberten dabei auch Palermo, das zerstört wurde und in der folgenden Zeit an Bedeutung verlor. Erst wieder durch die Araber um 831 n. Chr. erfuhr die Stadt einen derartigen Aufschwung, dass sie sich zur Hochburg der islamischen Welt auch ausserhalb Siziliens steigerte. Ab 1071 waren die Araber von der Insel vertrieben und die Normannen herrschten unter Roger I. Der normannische Bauboom prägt noch heute das Stadtbild, interessante Gebäude wie die Kirchen S. Giovanni degli Eremiti (ab 1130) und S. Cataldo (1154-1160) mit ihren roten Kuppeldächern zeigen eine einzigartige Symbiose aus byzantinisch, arabisch und normannischen Stilelementen.

Wir parken im Stadtzentrum direkt hinter dem Palazzo dei Normanni. Der ehemalige Königspalast ist ein beliebtes Touristenziel. Aufgrund der langen Schlange wartender Besucher und unserer begrenzten Zeit nehmen wir von der Besichtigung Abstand. Der auch als Palazzo Reale bekannte Normannenpalast, wurde an höchster Stelle der mittelalterlichen Stadt von Roger II. errichtet und war nur eine von vielen luxuriösen Residenzen der normannischen Könige. Zur Innenausstattung gehört die Cappella Palatina, eine private Palastkapelle, deren Innenraum im Glanz der goldgrundigen Mosaiken erstrahlt. Zu den noch erhaltenen normannischen Privatgemächern gehören die Stanza di Ruggero (Zimmer Rogers) und die Sala di Venti (Saal der Winde), beide sind ungemein luxuriös mit Marmortafeln und goldgrundigen Mosaiken ausgestattet und in ihrer vollen Pracht heute noch zu besichtigen.

Wie jede größere Stadt ist auch Palermo sehr turbulent. Durch das prächtige Porta Nuova gelangen wir in das touristische Zentrum und stehen schon bald vor der imposanten Kathedrale. Die Kathedrale von Palermo entstand ebenfalls unter den Normannen (1184/85), erbaut an der Stelle, an der zur Zeit der Araber die grosse Moschee inklusive Bibliotheken, einer Hochschule und Bädern ein noch viel grösseres Gebiet einnahm. Trotz mehrmaliger Umbauarbeiten, ist die Kathedrale von Palermo eine der erstaunlichsten ganz Europas und auf jeden Fall einen Besuch wert. Stile unterschiedlicher Epochen schmücken den majestätischen Komplex. Ein dreibogiger Laubengang aus dem 15.verbindet den Dom über zwei Bögen mit dem auf der gegenüberliegenden Straßenseite stehenden Glockenturm. Im Dom von Palermo befindet sich auf dem Boden eine Linie, die immer um die Mittagszeit von den Sonnenstrahlen, die durch ein Loch in der Decke fallen, getroffen wird. Infolge des im Jahreslauf wechselnden Sonnenstands werden je nach Datum unterschiedliche Stellen getroffen, so dass immer eins der als schönes Bodenmosaik gestalteten zwölf Tierkreiszeichen getroffen wird.

Palermo - Kathedrale
Kathedrale von Palermo

Die Kreuzung der beiden Hauptverkehrsadern Via Maqueda und Vittorio Emanuele wird von vier Barockgebäuden eingerahmt. Die abgerundeten Frontseiten der vier Gebäude werden von schönen Steinreliefs und Brunnen geschmückt. Quattro Santo (vier Gesänge) wird das Ensemble, das im Großstadtgewühl kaum Beachtung findet, genannt.

Die Via Maqueda führt zum Piazza Pretoria. Vor dem kolossalen Rathaus und der Kirche Santa Caterina steht der imposante Brunnen Fontana Pretoria. Wunderschöne Statuen und formschöne Wasserbecken schmücken das Kunstwerk.

Piazza Pretoria
Piazza Pretoria mit Brunnen Fontana Pretoria

Durch eine enge Seitengasse sieht man bereits den mit Bogenarkaden geschmückten Glockenturm der Kirche der Martorana. Durch selbigen betritt man das Gotteshaus, dessen Wände mit byzantinischen Mosaiken aus dem 2. Jh. geschmückt sind. Gleich daneben steht die Kirche San Cataldo (12. Jh.) mit seinen für die arabische Architektur charakteristischen drei roten Kuppeln.

Nach diesem Kurzbesuch gehen wir durch die engen Gassen zurück zum Parkplatz. Hier herrscht am späten Nachmittag reges Treiben. Immer wieder zwängt sich ein Auto an uns vorbei. Wie wir feststellen müssen ist die Müllentsorgung in den engen Gassen leider suboptimal. Auf einem kleinen Wochenmarkt wird an bunt sortierten Ständen Gemüse angeboten. Überall gibt es kleine Bars oder Cafes, die von Einheimischen belagert werden. In kleinen Werkstätten werden Autos repariert oder es wird geschweißt. Sogar einen Pferdestall entdecken wir und müssen wieder einmal feststellen, dass das Leben in Italien anders tickt.

Leider reicht die Zeit nicht, um den Dom im nahegelegenen Monreale zu besichtigen, dessen Innenraum mit kunstvollen Mosaiken geschmückt ist.

Bevor wir zurück nach Villarosa fahren legen wir einen Stopp im Küstenstädtchen Sferracavallo ein. Ähnlich wie Cefalu wird der kleine Ort von einem riesigen Felsmassiv eingerahmt. In der Trattoria il Delfino speisen wir ein üppiges aber hervorragendes Fischmenü.zurück


Samstag, 11.05.2013: Piazza Armerina

Unesco WeltkulturerbePiazza Armerina liegt 32 km südlich von Enna. Die Villa del Casale bei Piazza Armerina ist eine spätrömische LuxusVilla, ausgestatten mit wunderschönen Bodenmosaiken, die bildlich die vorherrschende soziale und ökonomische Struktur ihrer Zeit veranschaulichen. 1997 erklärte die UNESCO die Villa Romana del Casale zum Weltkulturerbe.

Der Gebäudekomplex der Villa del Casale bedeckt etwa 1,5 Hektar. Es sind heute noch etwa 45 Räume erhalten. Der Boden fast aller Räume des Anwesens ist mit Mosaiken bedeckt, die insgesamt eine Fläche von rund 3.500 qm bedecken.

Piazza Armerina - Villa Romana del Casala
Piazza Armerina - Villa Romana del Casala

Die Mosaiken sind hervorragend erhalten, da sie im 12. Jahrhundert durch Erdrutsche verschüttet wurden, die die Decken und einen Teil der Wände zum Einsturz brachten. Außer den Fußböden sind die Wände in einer Höhe von zwei bis zu acht Metern erhalten. Sie bestehen ganz aus mit Mörtel verbundenem Bruchstein, der mit unregelmäßigen Stücken lokalen braunen Gesteins verkleidet war. Die Mosaiken werden heute durch ein lichtdurchlässiges Dach im römischen Stil geschützt. Bemerkenswert ist das Mosaik „Gang der großen Jagd“ mit 65,93 Metern Länge und fünf Metern Breite. Besonders bekannt ist das "Mosaik der Mädchen im Bikini". Auf zwei Registern sind zehn junge Frauen beim Sport zu sehen. zurück