USA

Kalifornien - Arizona - Nevada

12. bis 21. Februar 2015

12.02.2015 Las Vegas - Death Valley Nationalpark
13.02.2015 Death Valley Nationalpark - Ridgecrest
14.02.2015 Ridgecrest - Mojave National Preserve - Needles
15.02.2015 Needles - Joshua Tree Nationalpark - Twentynine Palms
16.02.2015 Twentynine Palms - Joshua Tree Nationalpark - Phoenix
17.02.2015 Phoenix - Organ Pipe Cactus National Monument - Tucson
18.02.2015 Tucson - Pima Air & Space Museum - Old Tucson
19.02.2015Tucson - Saguaro Nationalpark - Sedona
20.02.2015Sedona
21.02.2015Sedona - Flagstaff - Las Vegas

 

Donnerstag, 12.02.2015 Las Vegas - Death Valley Nationalpark

Von Las Vegas nehmen wir die 172 Meilen lange "Most Scenic Route" in Richtung Death Valley Nationalpark. Schon kurz nachdem wir Las Vegas verlassen haben, fahren wir durch eine Wüstenlandschaft, die von Bergsilhouetten eingerahmt wird. Farbenfroh stechen die Red Rocks heraus und im Hintergrund erheben sich sorgar ein paar noch leicht schneebedeckte Gipfel.

Der Old Spanish Trail führt uns zunächst nach Tecopa, später erreichen wir über den Highway 127 die kleine Siedlung Shoshone und das Death Valley Gebiet.

Death Valley Nationalpark
Death Valley Nationalpark - Kalifornien

Der 1994 eingerichtete Nationalpark (bereits seit 1933 als National Monument unter Schutz gestellt) ist der heißeste, trockenste und niedrigst gelegene Nationalpark Nordamerikas. Nachdem wir die Black Mountains durchquert haben erreichen wir die Badwater Road, die uns erste fantastische Blicke beschert. Den Ashford Mill Ruins widmen wir nur einen kurzen Stopp - viel ist nicht mehr erhalten von der ehemaligen Goldgräberzeit, zu der hier Gold aufbereitet wurde.

Inzwischen wird das Death Valley seinem Namen gerecht. Die "tot"wirkende Landschaft mit weiß herausstechenden Salzablagerungen wird eingerahmt von farbenfrohen Bergsilhouetten. Der schneebedeckte Telescope Peak überragt mit über 3.600 m Höhe die grandiose Bergszenerie. Erreichen die Temperaturen im Sommer über 60 Grad Celsius, so ist es im Februar mit Temperaturen um die 25 Grad äußerst angenehm.

Das Badwater Basin ist der niedrigste Punkt Nordamerikas und liegt 86 m unterhalb des Meeresspiegels. Ein kurzer Weg führt durch eine Landschaft aus skurril wirkenden Salzablagerungen.

In Furnace Creek beziehen wir auf der Ranch unser Nachtquartier. Anschließend fahren wir zum Dante's View, der als einer der schönsten Aussichtspunkte des Parks gilt. Aus über 1640 m Höhe hat man einen fantastischen Ausblick auf den von weißen Salzfeldern durchzogenen Talgrund, der von farbenfrohen, schroffen Bergen eingerahmt wird.

Death Valley Nationalpark - Danres view
Dantes view - Death Valley Nationalpark

Gut gefällt uns auch die etwa vier Kilometer lange Fahrt auf einer ungeteerten Straße durch den Twenty Mile Team Canyon. Eine sehr skurrile Landschaft. Wie aufgeschüttete Sandberge wirkt die natürlich entstandene Landschaft aus hellem Sandstein, durch die sich die Einbahnstraße schlängelt. zurueck

 

Freitag, 13.02.2014 Death Valley Nationalpark - Ridgecrest

Strahlend blauer Himmel erwartet uns auch am heutigen Morgen. Erneut fahren wir die Badwater Road. Bei Devil's Golf Course frühstücken wir unsere im General Store erstandenen Bagels und genießen alleine und von absoluter Stille umgeben den tollen Ausblick auf die skurrile Landschaft. Der verkrustete Boden ist von hell leuchtenden Salzkristallen in spektakulären Formationen überzogen. Die fragil wirkenden Gebilde sind messerscharf. Jeder Schritt durch diese unwirkliche Landschaft will mit Bedacht gesetzt werden, um die Salzskulpturen nicht zu zerstören bzw. sich selber zu verletzen.

Devils Golf Course - Death Valley Nationalpark
Devils Golf Course - Salzkristalle

Sehr gut gefällt uns die Wanderung in den Natural Bridge Canyon, auch wenn die Felsbrücke am frühen Morgen noch nicht von der Sonne angestrahlt wird. Hohe Felswände rahmen die Schlucht ein.

Eine wunderschöne, farbenfrohe Felslandschaft offenbart sich uns auf dem 9 Meilen langen Artist Drive. Die schroffen Felsformationen erstrahlen einer Malerpalette gleich in einem breiten Farbspektrum von Weiß über rosa, grün und rot bis hin zu zahlreichen Ocker- und Brauntönen.

Artist Drive - Death Valley
Artist Drive - Death Valley

Lohnenswert ist die Wanderung in den Golden Canyon. Die relativ enge Schlucht wird von hohen ockerfarbenen Felsformationen eingerahmt. Im Hintergrund erhebt sich nach einigen Hundert Metern ein spektakulärer roter Felsen. Nach 1,25 Meilen hat man das Ende des Canyons erreicht und kann den an eine Kathedrale erinnernden Felsen (Red Cathedral) aus der Nähe bewundern. Klettert man die Felsen ein wenig hinauf hat man einen fantastischen Ausblick auf die tolle Berglandschaft. Im Hintergrund stechen weiß leuchtend die Salzfelder hervor.

Bei Stovepipe Wells bewundern wir die gut 30 m hohen Sanddünen (Mesquite Flat Sand Dunes), die hell aus der ebenen Landschaft herausragen.

Ganz in der Nähe liegt der Mosaic Canyon. Auf einer kurzen Wanderung passiert man bald eine sehr enge Schlucht und kann die tolle, an Marmor erinnernde Maserung des Gesteins bewundern. Später öffnet sich der Canyon und gibt den Blick auf eine farbenfrohe Felslandschaft frei.

Bei Emigrant biegen wir auf die Emigrant Canyon Road ab. Anstelle des vegetationslosen Wüstenboden sind wir auf der anderen Seite der Gebirgskette von einem anderen Landschaftsbild umgeben. Der Boden ist mit vielen Sträuchern bewachsen, die sich teilweise die sanften Hügel hinaufziehen. Im Hintergrund erhebt sich wieder einmal der schneebedeckte Telescope Peak. Nach einigen Meilen geht die Straße zum auf fast 2.000 m Höhe gelegenen Aussichtspunkt Aguereberry Point ab. Wir folgen der Straße bis nach Charcoal Kilns. Zehn gut erhaltene Trockenöfen, von einer Schweizer Firma errichtet, zeugen von der Kohleproduktion, die 1879 für nur drei Jahre hier betrieben wurde, um die Goldmine in der Nähe mit Kohle zu versorgen.

Emigrant Canyon Road - Death Valley
Emigrant Canyon Road

Leider ist die Straße, die Wildrose mit der Panamint Valley Road verbindet, witterungsbedingt gesperrt, so dass wir die Straße bis Emigrant zurück fahren müssen. Die tollen Landschaftseindrücke - für uns eine der landschaftlich schönsten Straßen im Death Valley - sind die Mehrkilometer allemal wert.

Kurz vor Panamint Springs biegen wir auf die Panamint Valley Road ab und verlassen den Nationalpark. Der Abstecher zur Ballarat Ghost Town ist enttäuschend. Hier gibt es nicht wirklich viel zu sehen und es scheint eigentlich nur ein Campingplatz betrieben zu werden.

Wir fahren durch landschaftlich immer noch sehr schönes Niemandsland. Bei Trona erreichen wir wieder so etwas wie Zivilisation. Hier gibt es Industrie und damit offensichtlich Arbeitsplätze, die einen einfachen Lebensstandard sichern. Unter anderem werden Mineralien abgebaut.

Ridgecrest ist eine typische amerikanische Kleinstadt. Nachdem wir unser Zimmer im Best Western bezogen haben fahren wir zu Caseys Grillhouse. In typisch amerikanischer Atmosphäre verzehren wir passables Essen. zurueck

 

Samstag, 14.02.2015 Ridgecrest - Mojave National Preserve - Needles

Heute müssen wir zunächst 110 Meilen fahren, bevor wir bei Baker den Mojave National Preserve erreichen. Wieder haben wir tolle Landschaftseindrücke mit einer unglaublichen Fernsicht über eine Steppenlandschaft, aus der kleine Bergrücken herausragen.

In Baker angekommen folgen wir der Kelbaker Road. Nach einigen Meilen passieren wir Cinder Cone Lava Beds. Rote und schwarze Vulkankegel erheben sich aus der Landschaft. Wie gerade erst erstarrt wirkt die schwarze Lava, die sich davor erstreckt. Nun zeigen sich auch die ersten Joshua Trees.

Mojave National Preserve
Cinder Cone Lava Beds

Im Besucherzentrum am Kelso Depot informieren wir uns über die Parkattraktionen. Im angeschlossenen Museum erhält man bereits einen kleinen Eindruck. Außerdem gibt es als Erinnerung an den 1924 hier errichteten Bahnhof einige der alten Originalräume wie z.B. einen Schalter oder die Gepäckabfertigung zu sehen. Die Bahnlinie der Union Pacific Railroad verläuft durch den Mojave. Endlos lange Güterzüge durchqueren die tolle Naturlandschaft.

Südlich vom Kelso Depot liegen die Kelso Dunes. Über 200 m hoch erheben sich die Sanddünen hell leuchtend aus der ebenen Landschaft. Wir folgen einem Pfad bis zum Fuß der höchsten Düne. Im ständigen Auf und Ab bezwingen wir die seichte Hügellandschaft. Für das beschwerliche Stapfen durch den weichen Sand werden wir mit einem grandiosen Ausblick belohnt.

Kelso Dunes - Mojave National Preserve
Kelso Dunes

Parallel zur Union Pacific Railroad verläuft die Kelso Cima Road. Hier können wir eine martialisch wirkenden Loks aus der Nähe bewundern. Es folgen zahlreiche unterschiedliche Güterwaggons. Den Abschluss bilden drei weitere Loks, die die einige Hundert Meter lange Last anschieben.

Über die ungeteerte Black Canyon Road fahren wir an skurrilen Felsformationen vorbei zu Hole-in-the-Wall. Ein eine Meile langer Rundweg führt durch eine beeindruckende Gesteinslandschaft. Bei den hier befindlichen Felsmalereien (Petroglyphs) tun wir uns schwer, wirklich etwas zu erkennen. Es gibt einige an Widder erinnernde Tierzeichnungen, die fast wie nachträglich hinzugefügt wirken. Der Weg führt tiefer hinein in die Felswüste. Um das Hole-in-the-Wall zu passieren, müssen wir zum Ende des Rundwegs durch eine schmale Felsspalte klettern.

Die Kürzungen des Staatshaushalts sind leider auch im Mojave National Preserve spürbar. So fehlt das Geld für Erhaltungsmaßnahmen der Mitchell Caverns und selbige sind aktuell nicht zugänglich.

Mit schönen Eindrücken verlassen wir Mojave. Unser Tagesziel Needles liegt etwa 60 Meilen entfernt. Die trostlos wirkende Kleinstadt hat nichts Besonderes zu bieten. Umso erstaunlicher ist es, dass das Best Western Hotel ausgebucht ist. Zum Zimmer-Engpass insbesondere bei den bekannten Hotel- und Motelketten kommt es aufgrund eines Festivals, das an diesem Wochenende am etwa 30 Meilen entfernten Lake Havasu stattfindet. In einem einfachen Motel erhalten wir aber dennoch ein Zimmer. Den Lärm des Güterzugverkehrs muss man in Needles wohl überall in Kauf nehmen - dank Oropax kein Problem.

Es verwundert nicht, dass auch das kulinarische Angebot in Needles (abgesehen von den üblichen Fastfood Ketten) praktisch nicht vorhanden ist. Selbst das uns empfohlene "Juicy's Café" können wir trotz guter Tripadvisor-Bewertung nicht weiterempfehlen. zurueck

 

Sonntag, 15.02.2015 Needles - Joshua Tree Nationalpark - Twentynine Palms

Schon früh brechen wir auf und erreichen nach etwa 120 Meilen das Oasis Visitor Center des Joshua Tree Nationalparks. Etwas verwundert sind wir, dass alle Campingplätze im Park ausgebucht sind. Nachdem wir uns im Besucherzentrum über empfohlene Aktivitäten erkundigt haben und erfahren haben, dass Montag Feiertag (Presidents Day) ist, suchen und finden wir uns erst einmal ein Motel in Twentynine Palms. Die bekannten Hotel-/Motel Ketten sind in der Tat ausgebucht.

Ausgestattet mit ausreichend Wasser und Snacks starten wir die Parkerkundung. Mit dem Park Boulevard ändert sich das Landschaftsbild in eine Steinwüste, aus der die namensgebenden Joshua Trees skulpturengleich herausragen.

Joshua Tree Nationalpark - Felsformationen
Felsformationen

Bei Jumbo Rocks folgen wir dem Rundweg, der uns durch eine Szenerie aus skurrilen Felsformationen führt. Riesige Felsbrocken sind zu fragil wirkenden Gebilden aufeinander gestapelt. Der sogenannte Sculp Rock erinnert in der Tat ein wenig an einen Totenkopf.

Über die ungeteerte Queen Valley Road fahren wir nach Barker Dam. Am Parkplatzengpass zeigt sich, dass der Park am heutigen Sonntag gut besucht ist. Ein Rundweg führt uns durch die tolle Felslandschaft, der Damm, der davon zeugt, dass es hier Wasser gibt, erschließt sich uns nicht. Dafür können wir ein paar besonders große Joshua Trees bewundern.

Etwas abseits finden wir einen idyllischen Picknickplatz. Auf Felsen sitzend verspeisen wir unsere Snacks und haben schon bald Gesellschaft von einem neugierigen bzw. hungrigen blau schimmernden Vogel.

Unser nächstes Ziel ist Keys View. Aus 1.582 m Höhe blickt man in die beeindruckende, weite Berglandschaft. Im Tal, unterhalb der Little San Bernardino Mountains, liegt ein wenig im Dunst der Andreasgraben (San Andreas Fault). Die Fernsicht ist erstaunlich. Kilometerweit reihen sich die sanft wirkenden Gebirgszüge aneinander. Fast hat man den Eindruck, ganz in der Ferne das Meer zu erblicken.

Joshua Tree Nationalpark - Keys View
Keys View - Blick auf den Andreasgraben

Ein letzter Stopp gilt dem sogenannten Hidden Valley. Hinter den Felsformationen erstreckt sich ein weites Tal. Cowboys haben dieses abgeschirmte Tal genutzt, um geraubtes Vieh zu verstecken. Ein Rundweg führt durch die Gesteinslandschaft. Ein Paradies für Kletterer, die hier einige Berge zum Besteigen vorfinden.

Wir folgen dem Park Boulevard bis zum Westeingang. Das Landschaftsbild wird zusehends unspektakulärer. Statt schönen Gesteinsformationen wirken die Hügel eher wie Geröll, als hätte man hier Lkw-Ladungen an Steinen abgeladen. Am Joshua Tree Visitor Center verlassen wir den Nationalpark.

Die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießen wir an der Canyon Road. Vom Parkplatz startet der drei Meilen lange Rundweg zu Fortynine Palms Oasis, für den es leider schon zu spät ist.

Abends speisen wir vorzüglich im einzigen empfohlenen Restaurant des Twentynine Palms Inn (für eine Übernachtung war die etwas nettere Anlage leider ausgebucht).zurueck

 

Montag, 16.02.2015 Twentynine Palms - Joshua Tree Nationalpark - Phoenix

Schon früh fahren wir erneut in den Joshua Tree Nationalpark. Auf der Fahrt zum Südausgang werden wir erneut von tollen Landschaftseindrücken verwöhnt. Wie aus dem nichts taucht plötzlich ein riesiges Kakteenfeld auf. Ein kurzer Rundweg führt durch den Cholla Cactus Garden. Skulpturenähnlich ragen die von der Sonne hell angestrahlten Kakteen aus der Landschaft und bieten einen schönen Kontrast zu den braunen Bergen im Hintergrund.

Cholla Cactus Garden - Joshau Tree Nationalpark
Cholla Cactus Garden

Ein weiteres Vegetationsschauspiel erleben wir bei Ocotillo Patch. Wie vertrocknete Zweige ragen die hochgewachsenen strauchähnlichen Ocotillo Pflanzen aus der öden Landschaft. Nur nach Regen tragen selbige grüne Blätter und, wie wir sehen dürfen, rote Blüten.

Am Cottonwood Visitor Center führt ein kurzer Abstecher nach Cottonwood Spring. Ein drei Meilen langer Rundweg durch eine wieder einmal beeindruckende Berglandschaft ist sehr lohnenswert. Vom Mastodon Peak hat man einen fantastischen Rundblick auf die weite, von Hügeln durchzogene Landschaft. Neben einigen Palmen ragen ebenfalls unterschiedliche Kakteen heraus. Ruinen der Mastadon Mill erinnern an einige Goldgräber, die hier (nicht besonders erfolgreich) ihr Glück versucht haben.

Cottonwood Spring - Joshua Tree Nationalpark
Cottonwood Spring

Nach diesem schönen Naturerlebnis verlassen wir den Nationalpark. Nun gilt es Strecke zu machen, denn als Tagesziel haben wir Phoenix in Arizona (etwa 230 Meilen) vorgesehen. Auf der Interstate (I-10) kommen wir einigermaßen zügig voran. zurueck

>> zu Teil II des Reiseberichtes